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Infoveranstaltung: Wohnen, Mobilität und Soziales – wie wird der Sportplatz Küperkoppel bebaut?

Erstmals wurden die aktuellen Bebauungspläne einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt - es folgte eine intensive Diskussion darum, was dem Stadtteil nützen und was ihm eher schaden würde.

Der ehemalige Sportplatz des SV Tonndorf-Lohe wird neu bebaut – Kurt Reinken, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft steg stellte den aktuellen Stand der Planungen auf der Q8-Infoveranstaltung in Kooperation mit der ZiGe Tonndorf vor.
Er berichtete zum einen über die Einschränkungen, die das Gelände mit sich bringt und die die Suche nach Investoren erschweren könnte. Durch Strommaste auf dem Gelände könne nicht sehr hoch gebaut und durch den zukünftigen Ausbau der S4 müsse eine Teilfläche für die Baustelle freigehalten werden.
Ob das Gelände in dem für Hamburg vorgeschriebenen Drittelmix bebaut würde, sprich ein Drittel Eigentum, ein Drittel freifinanzierte Mietwohnungen und ein Drittel sozialer Wohnungsbau oder ob mehr Sozialwohnungen entstehen sollen, sei noch nicht abschließend geklärt.
Eingeplant sei zur Zeit ein großer Spielplatz, sowie ein sozialer Treff für Jugendliche und Senior*innen.
Cem Berk, Bürgerschaftsabgeordneter und Vorsitzender der SPD Tonndorf, ergänzte, dass mit dem Ertrag aus dem Verkauf des Geländes auch der Umzug des Spotvereins SV Tonndorf Lohe an die Grunewaldstraße finanziert werden müsse. Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass das Gelände so gut wie möglich verkauft werde, damit ein attraktiver Sportplatz für den Tonndorfer Verein entstehen könne.
Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion unter den rund 40 Besucher*innen darüber, ob die aktuellen Pläne dem Stadtteil nutzen oder schaden würden. Viele Gäste ware der Meinung, dass Tonndorf in den letzten Jahrzehnten viel an sozialer Infrastruktur verloren hätte und eine soziale Nutzung mit einem Quartierszentrum und attraktiven Aufenthaltsflächen deutlich mehr im Vordergrund stehen müsse.
Diese Sichtweise wurde unterstützt von Referent*innen der Vereine Elbstern e.V. und den Familienhelden e.V., sowie dem Jugendamt Wandsbek. In den letzten zwei Jahren hat Elbstern e.V. das Vereinsheim zur Zwischennutzung gepachtet und dort in Kooperation mit sozialen Trägern aus dem Stadtteil einen Treffpunkt geschaffen, der insbesondere die mangelnde Infrastruktur für Jugendliche in Tonndorf auffängt.
In der Publikumsdiskussion kam die Frage auf, ob das Gelände überhaupt verkauft werden müsse oder ob die Stadt nicht Geld in die Hand nehmen sollte, um Tonndorf auf einer der letzten städtischen Flächen wieder attraktiver zu machen und einem Abrutschen bei der sozialen Angebotsstruktur entgegenzuwirken.
Harald Lindner, Leiter des Fachamts Sozialraummanagement im Bezirksamt Wandsbek, ermutigte die Teilnehmenden, sich für ihre Belange einzusetzen, bürgerschaftliches Engagement könne realen Einfluss auf Bauvorhaben in den Bezirken nehmen.
Q8 Tonndorf wird die Entwicklung gemeinsam mit der ZiGe Tonndorf weiter verfolgen und Bürger*innen und interessierte Träger unterstützen, mit Politik, Verwaltung und der steg Lösungen zu finden, die den Stadtteil attraktiver machen.