Symposium „Qplus braucht Resonanz“

Am 29. November 2017 trafen sich auf Einladung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA) rund 60 Fachleute aus Behörden, Ämtern und Verbänden sowie Dienstleistende der Eingliederungshilfe und der Pflege zum Austausch über das Modellprojekt Qplus. Seit drei Jahren arbeiten dabei Quartier-LotsInnen in mehreren Hamburger Stadtteilen. Das Ziel: gemeinsam mit Leistungsberechtigten der Eingliederungshilfe und Pflege neue Unterstützungsformen im Quartier zu entwickeln.

Qplus wird wissenschaftlich begleitet durch das Institut für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung der Universität Duisburg-Essen (ISSAB).

Senatorin: „Meilenstein für Qplus“

„Dieses Symposium ist auch ein Meilenstein: Was ist aus der Idee Qplus geworden, wo stehen wir heute?“ fragte Hamburgs Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhardt. Hanne Stiefvater vom ESA-Vorstand lud die Anwesenden zu einer offenen Debatte über die Wirksamkeit des Projektes ein: „Warum haben wir Qplus gemacht? Welche Erfahrungen, Schwierigkeiten und Wirkungen gab und gibt es?“

Karen Haubenreisser, Leitung von Qplus, stellte die Ergebnisse der Evaluation vor: Die Teilhabe-Situation von Menschen mit Assistenzbedarf habe sich verbessert und die Teilnehmenden an Lebenszufriedenheit gewonnen. Die Teilnehmenden hätten zusammen mit den Quartier-LotsInnen Lösungen entwickelt, die es sonst nicht gegeben hätte. Dabei wurden verschiedene Einzelleistungen kreativ neu verbunden und unterschiedliche Ressourcen einfallsreich ausgeschöpft, wie Angebote im Quartier, Nachbarschaft oder technische. Senatorin Leonhardt würdigte den Versuch von Qplus, die Versäulung der Sozialgesetzbücher (SGB) zu verlassen und die Eingliederungshilfe umfassender zu denken. Bei dem Modellprojekt stünden die beteiligten Menschen im Mittelpunkt, und es gehe um die Rolle der Quartiere und der Akteure dort.

Staatsrätin Badde aus der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz ergänzte in ihrem Grußwort, dass im Jahr 2030 jeder dritte Hamburger älter als 60 Jahre sei. Mit dieser Entwicklung der Alterspyramide brauche es „demografiefeste Quartiere“. Dies bedeute, die Hilfesysteme sozial-räumlich auszurichten, auf unterschiedliche Bedarfe der Menschen einzugehen, den Lebensalltag der Menschen als Ausgangspunkt zu nehmen. Es brauche kommunikative Orte und flexible, präventive Versorgungskonzepte.

Wollen wir Inklusion und Normalisierung fördern?

Prof. Hinte formulierte im Vortrag die Kernfrage, die sich auch für leistungsberechtigte Menschen immer wieder stelle: Wie will ich Leben? Was ist in meinem Leben wichtig? Sein Fazit: „Wollen wir Inklusion und Normalisierung fördern? Wollen wir integrierte Lebensführung unterstützen und ganzheitliche Alltagsentwürfe in einem klug organisierten Mix aus Selbsthilfe, Unterstützung aus sozialen Netzen, Profileistungen und anderen Elementen? Dann müssen wir aus dem lernen, was bei Qplus und in anderen Projekten in Deutschland entwickelt wurde.“

In einer Gesprächsrunde und im Plenum gaben die Teilnehmenden Rückmeldungen zu den Ergebnissen des Projektes. Thematisiert wurden u.a., welche Kompetenzen und Aufgaben die Quartier-LotsInnen haben sollten sowie die Art und Weise wie Qplus auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf begleitet. Darüber hinaus wurde diskutiert, wie Erfahrungen und Elemente aus Qplus in ein regelhaftes Vorgehen übertragen werden können. Am Ende zog Hanne Stiefvater ihr Fazit: „Heute zeichnet sich ab, dass wir mit dem Modellprojekt Qplus und dem Trägerbudget in Ansätzen eine Lösung aus dem Marktdilemma gefunden haben. Wir schaffen andere Anreize, gewährleisten den individuellen Rechtsanspruch bei Planungssicherheit und mehr gegenseitigem Vertrauen“

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Impressionen vom Symposium:

Ansprechpersonen

Karen HaubenreisserKaren Haubenreisser
Leitung Qplus

Alsterdorfer Markt 18
22297 Hamburg

Telefon: 040 50773992
Mobil: 0152 01589688
Fax: 040 5077873948
E-Mail: k.haubenreisser(at)q-acht.net
Internet: www.q-acht.net/
Regina SchröderRegina Schröder
Koordinatorin Qplus

Alsterdorfer Markt 18
22297 Hamburg

Mobil: 0173 2481953
E-Mail: r.schroeder(at)qplus-hamburg.net
Internet: www.qplus-hamburg.net/

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