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eine Frau in den mittleren Jahren redet mit einer ihr abgewandten Person
Menschen sollen selbst bestimmter leben können

Den Alltag gestalten

Qplus zeigt, wie Menschen mit Assistenzbedarf Quartier-LotsInnen nutzen um ihren Alltag nach ihren Vorstellungen zu organisieren. Sie erschließen dabei die Ressourcen des Umfelds und des Quartiers und erarbeiten einen neuen ‚Bürger-Technik-Profi-Mix‘. Die Beispiele zeigen, wie Menschen ihren Alltag neu gestalten.

Wie ehrenamtliche Hilfe zum Gewinn für zwei Menschen wird.

Frau M sitzt nach einer schweren Erkrankung im Rollstuhl. Oft fühlt sie sich einsam. Mit dem Quartier-Lotsen findet sie heraus, was ihr wichtig ist: Den kostenfreien Mittagstisch im Seniorenzentrum sowie einen Computerkurs zu besuchen und mehr Zeit außerhalb ihres Hauses zu verbringen. Bisher unterstützen die 50-Jährige ein ambulanter Pflegedienst und eine pädagogische Assistentin. Aber allein kann sie ihre Wohnung nicht verlassen. Wie kann sie ihr Leben anders organisieren?

Über einen Quartier-Lotsen findet sie den 56-jährigen Herrn T, der sich in seiner Nachbarschaft engagieren möchte. Daraus entwickelt sich ein freundlicher Kontakt: Sie gehen an der Elbe spazieren, besuchen den Mittagstisch oder verabreden sich zum Kino. Auf Anregung vom Quartier-Lotsen wird der Rollstuhl technisch aufgerüstet und ist leichter zu schieben. Ein Notrufknopf bietet mehr Sicherheit im Zuhause. Herr T besucht einen Pflegehilfekurs. Er kann sich für seine Dienste bei Frau M etwas dazu verdienen. Zweimal die Woche begleitet er Frau M zu ihrer Arbeit, so dass diese keinen Fahrdienst mehr braucht. Beide freuen sich über ihre neue Verbindung im Stadtteil.

Wie ein Mensch mit hohem Unterstützungsbedarf sein Leben mit ambulanter Hilfen organisiert – obwohl alle dachten, es ginge nur stationär.

Der 45-jährige Herr L kann aufgrund seiner Behinderung nicht gehen, heben oder gezielt greifen. Er sitzt im Rollstuhl und braucht bei alltäglichen Aufgaben Unterstützung. Als er Qplus kennenlernt, lebt er in einem Pflegeheim mit älteren und pflegebedürftigen Menschen zusammen. Herr L will nicht mehr im Heim und auch nicht mehr zu Hause bei seiner Mutter leben, sondern möglichst autonom in einem lebendigen Stadtteil. Er möchte FreundInnen finden und sein Leben im Quartier selbst in die Hand nehmen. Niemand hatte ihm zugetraut, dass das funktionieren kann.

Mit Begleitung vom Quartier-Lotsen hat sich Herr L verschiedene Wohnmöglichkeiten im Stadtteil angesehen und sich ein komplett ambulant unterstütztes Leben aufgebaut. Zusammen mit allen Beteiligten gelang es, die finanziellen Ressourcen neu zu verbinden. Herr L wohnt jetzt in einer Wohngemeinschaft mit vier weiteren Personen, die von einem pädagogisch arbeitenden Team und einem Pflegedienst unterstützt werden. Immer wieder hat Herr L mit einem Quartier-Lotsen besprochen, was für ihn wichtig ist und geprüft, was möglich ist – z.B. seine Zimmertür elektrisch selbst zu öffnen. Mittlerweile hat sich Herr L selbst auf die Suche nach einer anderen Wohnung gemacht, in der er mehr Platz hat. Wie die Unterstützung dann sein soll, hat er bereits angefangen zu regeln.

Wie eine Frau ihrem Leben mit weniger Assistenz und mehr Eigenaktivität eine neue Qualität gibt.

Die 41-jährige Frau S möchte grundsätzlich etwas in ihrem Leben verändern. Ihr größter Wunsch ist es, den Alltag im eigenen Rhythmus selbst zu gestalten – ohne sich nach den Regeln und den Zeiten der Assistenz oder des Pflegedienstes zu richten. Sie lebt in einer Wohnung eines Trägers der Eingliederungshilfe und plant in einen anderen Stadtteil zu ziehen.

Bisher helfen ihr mehrmals wöchentlich eine persönliche Assistenz und ein Pflegedienst: im Haushalt, beim Einkaufen und der Ernährung oder bei der Körperpflege. Die Fachkräfte verwalten auch ihr Geld. Wie kann sie ihr Leben nach dem Umzug anders gestalten?

Die Quartier-Lotsin und Frau S probieren vieles neu aus, z.B. Wohnungspflege, Einkäufe, Körperpflege und Gesundheit. Danach bewerten sie es: Was ist gelungen? Was war hilfreich? Was ist ergänzend nötig?
Als Frau S ihr Leben ändert, ist es für alle Beteiligten eine Herausforderung: Die Profis haben Bedenken, ob Frau S es schafft, sich selbst gut zu versorgen. Der Wunsch nach mehr Selbständigkeit verlangte von den Profis andere Arbeitsroutinen. So vereinbart Frau S zum Beispiel statt fester Assistenzzeiten eine „Stand-by-Leistung“, die sie nur bei Bedarf abruft. Das Leben von Frau S hat einen anderen Dreh bekommen: Sie geht einkaufen, entscheidet, wann sie etwas essen möchte, und reinigt ihr Appartement selbst. Gemeinsam mit einer Freundin organisiert sie ihre Arztbesuche. Gern besucht sie den Mittagstisch im Stadtteiltreff, ihr Geld teilt sie selbst ein über ein abgestimmtes Verbrauchskonto bei der Bank.

Ansprechperson

Karen HaubenreisserKaren Haubenreisser
Leitung Qplus

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22297 Hamburg

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